Abschluss des Zusammenbaus und Installation der Elektrik
Ein Auto wie dieses hat es verdient, ordentlich eingestellt zu werden. Also habe ich mir eine "M-Racing"-Setup Station geliehen. Markierte Plexiglas-Platten werden an die Radträger geschraubt, um Sturz und Spur exakt einstellen zu können. Ich habe das Auto folgendermassen eingestellt:
hinterer Sturz - 1 Grad
vorderer Sturz - 1 Grad
hintere Spur - 3 Grad
vordere Spur - 1 Grad
Der Platz für die Elektronik ist im X11 ziemlich knapp bemessen, so wie es im Pred schon immer der Fall war. Ich entschied mich für eine Standard-Anordnung, indem ich den Regler einfach auf das Lenkservo aufsetzte. Da alles ziemlich eng beeinander ist, müssen die Kabel sauber verlegt werden - Servokabel hinter das Servo und gebündelt mit dem Empfänger. Ich habe kurz überlegt, das Servokabel zu kürzen, es dann aber so gelassen.
Die stromführenden Motorkabel sind ziemlich kurz, was in Ordung geht. Ein heisser Tip von Teamfahrer Mr. North war, die lange Lenkstange mit Schrumpfschlauch zu versehen, um einen Kurzschluss zu vermeiden falls sie an die Zellen kommt.
Mein erster Predator-Zusammenbau war somit abgeschlossen - und ich war happy! Das Auto macht echt einen hervorragenden Eindruck. Alle Teile sind von besserer Qualität als alles was ich bisher kannte. Die kleinen Modifikationen die ich gemacht habe, nahmen sehr wenig Zeit in Anspruch. Mein einziger Verbesserungsvorschlag bezieht sich auf die Anleitung - die Hinweise bei Beutel 6 müssen deutlicher werden.
Ein kurzer Bash im Garten stellte sicher dass alles funktioniert. Das Ansprechverhalten auf Gas ist fantastisch und die Lenkung arbeitet scharf und präzise. Der erste richtige Test steht nächste Woche an beim Regionallauf in York. Die Grasspiste dort ist legendär; mal sehen ob das Auto seinem Ruf gerecht wird.
X11 Verbesserungen gegenüber X10
Vordere untere Querlenker:
Jetzt mit 3mm Schwingenstiften auf der Innenseite.
Diese Schwingenstifte werden chassisseitig in Aluminium-Blöcken geführt.
Vordere obere Querlenker:
Jetzt mit Schubstangen um den Sturz einzustellen.
Vorderes oberes Getriebegehäuse:
2-teilig.
Plastik mit Graphit-Anteil.
X-Brücke - aus Aluminium. An ihr werden Umlenkhebel und der hintere Teil des oberen Querlenkers befestigt.
Neue Umlenkhebel aus Leichtmetall und mit geänderter Geometrie.
Hintere untere Querlenker:
Jetzt mit 3mm Schwingenstiften auf der Innenseite.
Diese Schwingenstifte werden chassisseitig in Aluminium-Blöcken geführt.
Können verstellt werden zur Einstellung des Anti-Squat.
Hintere obere Querlenker:
Jetzt mit 3mm Schwingenstifte auf der Innenseite.
Jetzt mit Schubstangen um den Sturz einzustellen.
Verwenden jetzt "Bullet" Kugelköpfe, an denen der hintere Radträger befestigt wird.
Karosserie und Flügel:
Neues Design.
Vorderer Flügel stabiler.
Chassis:
Graphit
Gerundete Kanten, die verhindern, dass sich das Chassis bei Seitenneigung verhakt.
Schubstange für Lenkung wird nicht mehr durch ein Loch geführt, sondern über das Chassis.
"Low profile" vorderes Ende.
Kleine Servo-Halter.
Flügelträger sind aus elastischem Material.
Antriebsstrang:
silberne Antriebswellen - keine Ahnung warum.
Hauptzahnrad mit grösserem Durchmesser - aber gleiche Anzahl von Zähnen = verbessertes Zahnprofil
starrer Durchtrieb - kein One-Way Diff an der Hauptwelle - keine Ahnung warum.
Räder:
Orange!!!
Sehr stabil - brechen nicht, aber sehen etwas verrückt aus.
RACE TEST
York Regionallauf – 15/6/08
Bereits in der ersten Test-Runde wurde klar, dass der Servosaver nicht ausreichend dimensioniert ist. Das Servohorn ist relativ klein, was darin resuliert, dass eine hohe Last am Servosaver anliegt, wenn das Auto in die Kurve geht. Am besten fährt man den Pred mit einem starken Servo mit Metallgetriebe (was ich noch nicht drin habe). Ich tauschte den Servosaver gegen den schwächsten Servoarm aus, den ich finden konnte. Die Idee dahinter war, dass bei einem harten Einschlag hoffentlich zuerst der Arm bricht und dann das Servo. Da ich normalerweise relativ chrash-frei fahre, war das aber kein grosses Problem. Das Handling des Autos hat sich dadurch stark verbessert, so dass ich mit einem Grinsen den Fahrerstand verlassen konnte.
Während des Zusammenbaus hate ich meine Zweifel bezüglich der Standard Karosteher, aber ich wollte sie unbedingt ausprobieren - denn das ist schliesslich Sinn und Zweck eines Reviews. Sie überdauerten nicht sehr lange, vor allem weil ich sie schwer zu handhaben fand, vor allem bei einem Rennen mit Transponderausgabe. In der dritten Runde wechselte ich aus das altgediente Klettband. Das klappt ganz hervorragend, da die Karo schön eng sitzt.
Für Runde 1 & 2 versuchte ich mein Glück mit den Standard Dämpfern und Federn und sie machten einen sehr guten Eindruck. Ich hatte 40er Öl vorne drin und 50er hinten. Auf dem Schraubertisch fühlte es sich so noch ein wenig "überdämpft" an, aber auf der Strecke war alles in Butter. Bei den Sprüngen schlug das Chassis ganz leicht durch und bei den Buckelpisten sprang das Heck ein wenig, aber beides nur ganz minimal.
Für die 3. Runde wechselte ich zu den Big Bore "Bad Boy" Dämpfern, Standard Kolbenstangen und 30er Öl. Ausserdem versuchte ich es mit ein paar anderen Federn - danke an Lewis und das Team. Insgesamt machte ich alles etwas weicher - vorne blau & hinten gelb. Auf dem Tisch fühlte es sich gut an, ein bisschen geschmeidiger als zuvor. Wenn man ihn aus 10 - 15 cm fallen lässt, schlägt er vorne immer noch durch, aber nicht mehr so stark wie zuvor. Hinten fühlte es sich perfekt an. Auf der Strecke machte es sich auch besser, vor allem sprang das Heck nicht mehr so bei den Buckeln. Der Grip in der Mitte der Kurve war besser, wahrscheinlich durch die weichere Dämpfung.
Für Runde 4 machte ich eine weitere Änderung an den Dämpfern: ich baute einen Satz Kolbenstangen von "Fister R/C" ein. Bei diesen müssen die Kolbenplatten selber gebohrt werden, was ich zuvor bereits erledigt hatte. Hinten hatte ich 2 x 1,2mm Löcher und vorne 2 x 1,1mm Löcher - das sollte etwas mehr "Verdichtung" geben. Vorne fühlte es sich am Tisch jetzt noch besser an, aber auf der Strecke war kein Unterschied zu Runde 3 zu spüren. Ich habe noch weitere Kolbenplatten in petto, die ich in Zukunft mal ausprobieren werde.
Southport Meisterschaftslauf – 27/7/08
Ich hatte etwas Bedenken, dass mein York Setup in Southport für die Katz ist. Ich war versucht, die Kolbenplatten wieder zu ändern zu Gunsten noch grösserer Lochdurchmesser vorne und hinten. Dann habe ich mich aber dagegen entschieden, um einen direkten Vergleich zwischen York und Southport zu haben. Das stellte sich als weise Entscheidung heraus, denn die Trainingsrunden liefen hervorragend. Ich konnte mit denen mithalten, die normalerweise einen Zahn schneller sind als ich. Die einzigen Passagen wo deutlich Raum für Verbesserungen war, waren die netten kleinen Buckel. Ich ging sie daher etwas vorsichtig an, denn das Heck sprang immer noch so hin und her wie in York. In der ersten Runde versuchte ich das mit etwas höherer Bodenfreiheit zu kompensieren, das führte aber zu Problemen in anderen Sektionen (die high-Grip Downhill Kurve nach der Gegengerade - wer den Track kennt weiss was ich meine).
Normalerweise versuche ich, in der oberen Häülfte zu landen bei einem nationalen Meisterschaftslauf - also irgendwo hinter der Mitte des A-Finales. Das hat auch geklappt, also war ich mit der Performance das Autos ganz zufrieden.
Im RC-Bereich wurde schon viel diskutiert, welches Auto "das schnellste" ist. Ist es nicht immer so, dass immer das das Beste ist, was der Erzähler gerade sein Eigen nennt? Es amüsiedrt mich schon, wenn sich das dann jede Woche ändert. Aus diesem Grund werde ich gar nicht erst anfangen, gross über die Fahreigenschaften zu dozieren, wobei sie mich schon beeindruckt haben. Meine Ergebnisse waren ok (Regional B-Finale und bei der nationalen Meisterschaft in der oberen Hälfte), aber so war das auch mit zahlreichen anderen Fahrzeugen in der Vergangenheit. Trotzdem war ich ganz zufrieden, immerhin handelt es sich um ein nagelneues Auto, das sich stark von dem unterscheidet was ich sonst so fahre. Die Kurvengeschwindigkeit ist sehr beeindruckend. Da ich gerade erst dabei bin das Auto kennenzulernen, wird das wahrscheinlich noch besser werden. Ich hatte erwartet dass der Pred gut geht, allerdings zu Lasten harter Arbeit. Das war jedoch nicht der Fall. Ich fand ihn so einfach zu handhaben wie meinen XX4, den ich schon seit Jahren fahre.
Das nächste Rennen kann kommen!
Jimmy: danke an Stu für den Zeitaufwand und das Engagement für das Review. Ich hatte keine Gelegenheit, das Auto selber kim Rennen zu testen - aber ich konnte eine Runde in York drehen, nachdem das Rennen zu Ende war. Ich muss sagen, dass das Auto superb liegt - einfach eines der besten Autos "on track". Obwohl ich mit Stu's Knüppel-Funke unterwegs war (ich benutze sonst Pistolengriff), konnte ich einige gute Runden hinzaubern, nicht ohne einen heftigen Einschlage zu fabrizieren (wegen der ungewohnten Funke), aber das Auto hats klaglos weggesteckt.
Nathan Ralls ist der neuste Team Xtreme Fahrer - und schaffte es auf Anhieb ins A-Finale mit dem X11.
Team Extreme scheinen grosse Pläne zu haben - offenbar wurden einige grosse Sponsorverträge geschlossen und nicht zuletzt wurde ein grosses Talent verpflichtet in Person von Nathan Ralls, der sich umgehend mit einem Platz im A-Finale der nationalen Meisterschaft bemerkbar machte. Nathan hat zusammen mit dem Team eine Menge Entwicklungsarbeit in das Auto gesteckt - und die "Big Bore" Dämpfer sind nur ein erster Schritt weiterer Verbesserungen. Nach der Übernahme des Predator von TTech hat Xtreme ganze Arbeit geleistet, das Auto zu promoten und zu unterstützen - und ich bin sicher mit der Verpflichtungm von Nathan Ralls wird es steil bergauf gehen für das kleine Team aus England.